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Pressemitteilung OHB Systems AG

Veröffentlicht am 17. November 2021

Heiß, heißer, Stadt: OHB koordiniert Projekt CityCLIM

Neue Datenplattform zur Anpassung von Metropolregionen an veränderte Klimabedingungen

Europas Metropolen leiden zunehmend unter den Folgen des Klimawandels. Länger andauernde Hitzewellen gefährden die Gesundheit der Bevölkerung. Um dieser Bedrohung zu begegnen, ist es wichtig, ihre Ursachen zu verstehen und rechtzeitig geeignete Gegenmaßnahmen zu identifizieren. Aus diesem Grund fördert die EU im Rahmen ihres Horizon 2020-Programms das Projekt „Next Generation City Climate Services Using Advanced Weather Models and Emerging Data Sources“, kurz CityCLIM. Ziel des Projekts ist die Entwicklung einer cloudbasierten Plattform, die auf Basis von Daten aus Wettermodellen, Erdbeobachtung und Bodenmessungen verschiedene Wetter- und Klimadienste speziell für Ballungsräume bereitstellt. Das Projekt wird von einem Firmenkonsortium in Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Arbeitsgruppen und vier europäischen Pilotstädten umgesetzt. Als Projektkoordinator fungiert die OHB System AG, eine Tochtergesellschaft des Raumfahrt- und Technologiekonzerns OHB SE.

Als Folge des Klimawandels treten Hitzewellen immer häufiger auf. Besonders dicht besiedelte Gebiete sind stark von hohen Temperaturen betroffen, da die Hitze meist länger anhält und die Temperaturen auch nachts kaum sinken. Aus diesem Grund ist die gesundheitliche Belastung durch Hitze in Städten deutlich höher als im Umland. Deshalb zielt das Projekt CityCLIM darauf ab, ein auf die Bedürfnisse von Großstädten zugeschnittenes Wettervorhersagemodell zu entwickeln. Im Gegensatz zu herkömmlichen Vorhersagemodellen, deren Auflösung meist im Bereich mehrerer Kilometer liegt, wird das neue Modell eine Auflösung von hundert mal hundert Metern haben. Darüber hinaus wird das Modell Daten von Wettersatelliten mit Messungen aus der Luft und am Boden gesammelten Informationen kombinieren. Zu integrierende Datenquellen sind bestehende Dienste des europäischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus sowie Informationen aus der Bevölkerung selbst.

Die mit dem verbesserten Modell erstellten Berechnungen werden in Form verschiedener Wetter- und Klimadienste der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus sind weitere Services speziell für Stadtverwaltungen und andere Behörden geplant. Diese sollen es unter anderem ermöglichen, die Wirkung städtebaulicher Maßnahmen als Reaktion auf den Klimawandel zu untersuchen. In diesem Zusammenhang wird beispielsweise die Analyse der Auswirkungen von Grünflächen und Gewässern auf das Stadtklima betrachtet.

An der Umsetzung des Projekts sind mehrere europäische Unternehmen beteiligt, darunter vier aus dem OHB-Konzern: OHB System fungiert als Projektkoordinator und ist für die Aufbereitung und Bereitstellung der weltraumgestützten Erdbeobachtungsdaten verantwortlich. OHB Digital Connect wird die berechneten Modellvorhersagen mit einem flugzeuggestützten System mit thermischen Infrarot-Messdaten validieren. OHB Digital Services verantwortet die Entwicklung der cloudbasierten Datenplattform, in der alle Eingangsdaten konsolidiert und anschließend als City Climate Services bereitgestellt werden. Die Durchführung von Servicedemonstrationen in den vier ausgewählten Pilotstädten wird von OHB Digital Solutions aus Österreich organisiert.

Weitere industrielle und akademische Partner sind das Institut für angewandte Systemtechnik Bremen GmbH (ATB), das gemeinsam mit OHB die technische Koordination des Projekts übernimmt und auch die Entwicklung der cloudbasierten Datenplattform unterstützt. Meteologix AG, ein Tochterunternehmen der Kachelmann GmbH, ist für die Entwicklung des hochauflösenden Wettermodells und die Bereitstellung der präzisen Wettervorhersagen verantwortlich. Ein weiterer wissenschaftlicher Partner ist die Global Change Unit der Universität Valencia, die neuartige Datenverarbeitungsmethoden beisteuern wird. Teil des Projekts ist auch das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung aus Leipzig, das Methoden entwickeln wird, um von der Bevölkerung erhobene Daten einzubeziehen.

Um die angedachten Wetter- und Klimadienste möglichst anwendungsnah zu gestalten, wird auch das Projekt CityCLIM in enger Zusammenarbeit mit vier Pilotstädten durchgeführt. Dies sind Karlsruhe in Deutschland, die Stadt Luxemburg, Valencia in Spanien und Thessaloniki in Griechenland. Die Städte tragen zum Projekt bei, indem sie ihre spezifischen Anforderungen an die Stadtklimadienste und die Datenplattform definieren, die Bereitstellung von Daten unterstützen und die Validierung der Projektergebnisse in einer realen Umgebung ermöglichen.

OHB-Projektkoordinator Dr. Stephan Holsten freut sich, dass die Europäische Kommission das CityCLIM-Projekt ausgewählt und mit fünf Millionen Euro gefördert hat: „Als Konsortium konnten wir einen starken Vorschlag einreichen. Gemeinsam mit dem neu gegründeten Climate, Infrastructure and Environment Executive Agency (CINEA) der Europäischen Kommission machen wir uns jetzt an die Arbeit und schaffen eine technische Grundlage zur Bekämpfung der negativen Auswirkungen des Klimawandels in Städten.Für OHB ist das Projekt CityCLIM ein weiterer Baustein in unserer Strategie Erdbeobachtungsdaten stärker nutzen und anwendungsorientierte Dienste entwickeln."

Das Projekt startete bereits am 1. Oktober 2021 und wird nun über einen Zeitraum von insgesamt 36 Monaten umgesetzt.

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